Eines Wochenendes beschlossen Geli und ich uns auf den Weg nach Amerika zu machen. Die Grenze ist von Monterrey aus ja quasi einen Katzensprung entfernt, und so entschieden wir uns für einen ausgiebigen Shoppingtrip in Mc Allen, Texas.
Freitagabends fuhren wir mit dem letzten Bus nach Monterrey. Und damit begann auch schon das Adventure – natürlich kamen wir 2 Stunden zu spät an, da der Busfahrer lustige Zwischenstopps machte, um lebensnotwendige Dinge, wie zB den Kauf eines Fantas, zu erledigen. In Monterrey rammte auch noch ein Auto unseren Bus, und wir mussten ewig auf einen Ersatzbus warten. Als wir dann endlich dort waren, fanden wir zum Glück unsere Jasi sofort (Gott sei Dank ist sie blond, also nicht schwer zu finden in einem Getümmel von Mexikanern). Daraufhin machten wir uns nun endlich auf den Weg nach Texas. Doch bei der Grenze die ersten Hindernisse: wir mussten zu Fuss über die Grenze gehen, und wurden natürlich sofort von den jeglichen Klischees entsprechenden Amerikanern (klein, sehr dick, unfreundlich und vor allem – dumm) angeschrieen. Sie teilten uns dann mit, dass wir uns immigrieren müssten (nur wegen einem Shoppingtrip – als zukünftiges Domizil mussten wir allen Ernstes die Adresse des Shoppingcenters angeben!). Auf diesem Immigrationsprozess mussten wir dann geschlagene 2 ½ Stunden warten, wobei uns die Beamten äußerst provokativ behandelten. Wir konnten auch miterleben, wie sie 2 Leute in Handschellen abführten. Jasi hatte den irgendwann einmal genug von der ganzen Prozedur und den provokativen Verhalten der Amerikaner, dass sie fest entschlossen und zornig die Rückkehr (wohlgemerkt zu Fuß, und ohne Plan wies weitergehen soll) antrat. Geli und ich harrten aus… eine weitere Stunde… endlich war Geli an der Reihe, Fingerabdrücke abgegeben, Augenscann erledigt, alles perfekt – bis sie zu mir kamen. Und mir mitteilten, dass ich gesucht werde und mich das System nicht akzeptiert. Mir wurden auch lustige Fragen gestellt (von wegen ob ich Probleme mit dem Gesetz hätte, usw…). Langsam bekam ich es mit der Panik zu tun, denn ich wollte auf keinen Fall so abgeführt werden wie schon die 2 vor mir. Glücklicherweise stellten sie dann doch fest, dass es sich um eine andere Katrin Wallner handelte (noch mal Glück gehabt…) und genehmigten mir die Einreise. Und nun der Beweis, wie eigenartig dieses Land ist: Sie vergaßen doch tatsächlich, meine Fingerabdrücke und Augenscann zu nehmen – und das obwohl ich doch angeblich so ein gesuchter Schwerverbrecher bin. Nun habe ich eine 3 monatige Einreisegenehmigung, ohne im System zu sein. Juhuu!
Zu allem Überdruss funktionierte auch noch das Kreditkartenlesegerät nicht, und Geli musste (während ich als Pfand dort behalten wurde) die Grenze überqueren, um an Geld zu kommen. Glücklicherweise stellte sie sich als gute Freundin heraus und kam auch wirklich zurück um mich zu „befreien“.
So – endlich in Amerika (Uhrzeit: 5:00 Abends) – wir schnappten uns schnell ein lokales Shuttle und wurden bis vor die Tür des Einkaufszentrums chauffiert.
Ein langer, harter steiniger Weg – aber alles in allem ein Superabenteuer, dass sich ausgezahlt hat.
[kady]
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